Gemeinderatssitzung Dietramszell vom 23.10.2001

Gemeinderatssitzung Dietramszell vom 23.10.2001

1. Protokollgenehmigung BA vom 04.09.01, GR vom 11.09.01, 13:0, 14:02. Bebauungsplan Ascholding II Gartenstraße – 5.Änderung, 14:0

a) Behandlung der Stellungnahmen aus der öffentlichen Auslegung b) Satzungsbeschluß3. Vereinbarung mit dem Straßenbauamt über die Einleitung von Straßenwasser

in den gemeindlichen Regenwasserkanal in Ascholding, 14:04. Nutzungsänderung Gut Schlickenried, Hans und Helene Kleeblatt: Paketverteilung der Firma Probst, 0:14, s. Bericht5. Bebauungsplan Hechenberg Behandlung der Stellungnahmen aus der vorzeitigen Bürgerbeteiligung und der Anhörung der Träger öffentlicher Belange, 14:0, s. Bericht

6. Bebauungsplan Sonnbichl, Änderung und Erweiterung – Sachstandsbericht,zur Kenntnis genommen7. Bestätigung eines neugewählten Kommandanten-Stellvertreters der FF Diet-

ramszell: Mario Glugovsky, 14:08. Bürgerfragen keineBericht:Der Moarwirt bleibt in Hechenberg, und auf Gut Schlickenried kommt kein Paketzustelldienst: Dies waren die wichtigsten Beschlüsse der jüngsten Ge- meinderatssitzung.Selbst Christiane Stoeckle (CSU) sah nach der von ihr angeregten Vorstellung des Unternehmens keinen Gewinn für die Gemeinde durch die Ansiedlung eines Paketzustelldienstes auf Gut Schlickenried. Thorsten Albrecht von German

Parcel und Andreas Probst, der mit seiner Firma Termin-Expreß-Logistik GmbH die Feinverteilung unter anderem in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen abwickelt, konnten auch in ihren Augen nicht ge-

nügend Arbeitsplätze für Gemeindebürger in Aussicht stellen, um die Nachteile auszugleichen, die die Ansiedlung des Betriebes mit sich brächte.Entscheidend für die Ablehnung war das erhöhte Verkehrsaufkommen. Nach Auskunft

der Bewerber hätte ein Lkw zwischen 7 und 8 Uhr die zu verteilenden 1500 bis 2000 Pakete anliefern sollen, die dann zwischen 8 und 10 Uhr mit 15 Kleintransportern von Gut Schlickenried abtransportiert worden wären. Zwi- schen 15

und 17 Uhr wäre die Rückkehr der Kleintransporter zu erwarten gewe- sen, so daß der Lkw mit den von diesen aufgenommenen Paketen zwischen 17 und 18 Uhr seine Rückfahrt zur überregionalen Verteilerstelle hätte antreten kön- nen.Schon in der vorhergehenden Sitzung hatten neben Bürgermeister Benno Lich- tenegger mehrere Gemeinderäte (Stephan Ailler, CSU, 2. Bürgermeister Hans Demmel, CSU, Johann Kanzler, Freie Wähler) deswegen Bedenken geäußert, die sie

jetzt vertieften. Dabei betrachteten vor allem Fabian v. Xylander (SPD) und Ailler den Standort auch aus der Sicht des Unternehmens. Xylander kon- statierte, daß die Verkehrsanbindung nach Bad Tölz und Garmisch-Partenkirchen aus

dem Raum Sauerlach wohl günstiger sei. Ailler befand nicht ohne Ironie, daß die Termin-Expreß-Logistik GmbH doch „sehr bescheiden“ sei, wenn ihr für ihre Zwecke eine „Verkehrsanbindung über eine Gemeindestraße reicht, die durch

zwei Wohngebiete führt“ und hinterfragte die Situation bei eventuellen Zuwäch- sen. Diese seien nicht zu verkraften, räumte Probst ein, gegebenenfalls müsse er „das Gebiet verkleinern“.Argwohn erregte bei Georg Rieger

(Freie Wähler) auch Probst''s Äußerung, daß er mit der Paketverteilung „starten“ wolle – „Was hat er weiter vor?“, fragte der 3. Bürgermeister. Ailler hatte schon zuvor vor einer Befürwortung der Nutzungs- änderung gewarnt: „Wenn

wir dem zustimmen, haben wir keinen Einfluß mehr!“Demmel erinnerte an seine Bedenken, daß die Straße unter Winterbedingungen noch ungeeigneter als normal sei, und Peter Dathe (CSU) bezweifelte, „daß der Straßenunterbau den

täglichen Lkw-Verkehr aushält“. Somit wandelte sich dann die knappe 8:7-Mehrheit der letzten GR-Sitzung, die eine Vorstellung des Unter- nehmens forderte, in eine einstimmige Ablehnung der Ansiedlung des Paketzu- stelldienstes.Einstimmig votierten die Gemeinderäte auch für den Bebauungsplan Hechenberg, der den augenblicklichen Bestand fortschreibt, vor allem im Bereich des Dorf- gasthofes. Dessen Nutzung als Gastronomiebetrieb ist nun ebenso zwingend

vor- geschrieben wie die Nutzung der benachbarten „privaten Grünfläche“ als Stell- plätze für die Wirtschaft. Dem Besitzer Sepp Schwarzenbach, bekannter Wolf- ratshausener Gastronomie-Unternehmer (u.a. „Turm“) und CSU-Mitglied,

paßt dieser Beschluß natürlich nicht in sein Konzept der Gewinnmaximierung. So hat- te er sich also während der Auslegung des Planentwurfs über seinen Rechtsan- walt gegen die Festlegung der Art der baulichen Nutzung des Gasthofs

gewehrt, was aber die Gemeinderäte wenig beeindruckte. Sie waren vielmehr der Mei- nung, daß der dörfliche Charakter Hechenbergs erhalten bleiben solle und dies den Erhalt des Gasthofes erfordere.Zurück

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